thavilMan unterscheidet zwischen zwei Richtungen, die zwar auf den gleichen Prinzipien basieren, sonst aber grundlegend verschieden sind:

* südindische Musik (Karnatische Musik): ursprünglicherer, älterer Stil; sehr erdig mit vielen melodiösen und rhythmischen Variationen, eher durchkomponierte Arrangements.
* nordindische Musik (Hindustanische Musik): stark vom persischen Kulturraum beeinflusste Musik; viel klarer, mit vielen Verzierungen und wesentlich mehr Improvisation.

Die klassische indische Musik besteht aus einem für europäische Musikkenner oft überraschendem Nebeneinander von Freiheit und Disziplin. Diese Art von Musik ist vorwiegend Solomusik, das heißt, ein Musiker arbeitet die Melodiestruktur aus, die anderen unterstützen ihn dabei, wobei die Rollen im Laufe eines Konzerts aber oft wechseln.

Eine Reihe von allgemeingültigen Regeln erlaubt es Musikern, die einander vorher noch nie gesehen haben, sofort ein Konzert miteinander zu spielen: 80 - 90 % eines Konzerts sind frei improvisiert und orientieren sich an feststehenden Grundprinzipien.

Die wesentlichen Säulen eines Musikstücks sind Raga und Tala. Unserer Aufteilung der Oktave in Halbtöne entspricht in der indischen Musik die Aufteilung der Oktave in Srutis.

MusicalNirvana

Autor: Kamillo Kluth